SCHULD

 
Das Themen SCHULD gestaltet unsere Gesellschaft und sehr wesentlich auch unser Leben. Schuld ist einer der großen Traktoren, der uns auf Spur hält. Schuld macht uns auch zu sozialen Wesen und ist etwas, was tief in unserer Biologie verankert ist.
 
WIE KOMMT DIE SCHULD IN DEN MENSCHEN?
 
Ein Kind wird fast immer die Erklärung bei sich suchen, wenn Eltern streiten, sie laut oder gewalttätig auftreten. Warum? Dadurch erhält es sich die Hoffnung, die Situation verändern zu können. Ein Kind möchte geliebt werden und sich in einem sicheren Zuhause wissen. In Wirklichkeit befindet sich das Kind jedoch in der Ohnmacht und ist der Willkür verletzender Eltern ausgeliefert. Würde das Kind diese Wirklichkeit erkennen, müsste es sich eingestehen nicht sicher zu sein, nicht geliebt und letztendlich in existenzieller Gefahr zu sein.
 
 
 
SCHULD IST NICHT GLEICH SCHULD

 

Sortieren wir die Schuld nach ihren Formen, dann erhalten wir erste Anhaltspunkte, wie diese Schuld aufgelöst oder ausgeglichen werden kann. 

  • Die gerechte (real) Schuld

Wenn man etwas bekommt, was man nicht bezahlt hat.

∞ Auflösung der Schuld:
ausgleichen, bezahlen!

 

  • Die moralische Schuld

Eine Person verursacht einen Unfall, bei dem jemand gestorben ist. Trotz aller gut gemeinten Bemühungen, bleibt ein Schuldgefühl. Wie kommt die Person mit ihren Schuldgefühlen klar?

Auflösung des Schuldgefühls:
Durch hypnotherapeutische Trance-Induktion und auch durch ganz praktische Ratschläge. Mit der verunglückten Person in Kontakt gehen (in Trance), um von dieser Person zu hören, was die unfallverursachende Person braucht, dass Frieden einkehren kann.

 

  • Die notwendige Schuld

Sie ergibt sich da, wo jemand krank ist und versorgt werden muss und es gar nicht anders geht. Wie ist es in solchen Fällen mit der Krankenrolle, wenn man als pflegende Person nicht mehr kann oder gar terrorisiert wird?

Umgang mit der einseitigen Schuldsituation:
Seitens der Krankenrolle müssen neben den Rechten einer kranken Person auch die Pflichten mit in die Rechnung aufgenommen werden, um Versklavung der Pflegenden zu verhindern.

 

  • Die Koalitionsschuld (ödipale) Schuld

Es befindet sich eine Person in einer Situation, in der er eine weitere Person mit schuldig macht. 

Austritt aus der Schuldabhängigkeit:
Der Opferperson, zum Beispiel einem Kind, in einer verhängnisvollen Mutter-Kind Beziehung Schutz und Beistand geben.

 

  • Die übernommene Schuld

Ein Thema in Bezug auf Nationen. Wir Deutschen sind da auch prädestiniert dafür. Auch innerhalb eines Familiensystems, kann von der einen Generation zu der nächsten Generation Schuld übernommen werden.

Auflösen, Rückgabe der übernommenen Schuld durch systematische Aufstellungsarbeit:
Schuld wird an die Herkunftsadresse zurückgegeben.

 

  • Die existentielle Schuld und die Überlebensschuld

Jemand ist zu Tode gekommen und jemand anderes überlebt. „Warum darf ich weiter leben und er ist gestorben?“ Oder nicht in der richtigen Reihenfolge. Zuerst die Tochter vor der Mutter. Zwillingsgeburt. Unfalltod. Wenn Kinder davon hören. „Es gab vor dir bereits ein Kind.“ Und wenn dann Ursache-Wirkung umgedreht wird. „Wegen dir ist der andere nicht da“. Dann wird es für das Kind gefährlich. Es übernimmt eine Überlebensschuld oder eine existentielle Schuld.

Auflösung der existentiellen oder der Überlebensschuld:
Durch hypnotherapeutische Tranceinduktion. Es geht dann meist um Anerkennung, nicht um Ausgleich. Anerkennung dessen, was Ungerechtes mit einem gemacht wurde und  Schuldzuweisungen dieser Art mehr aussagen über den, der sie ausspricht als über den, an den sie gerichtet sind.

 

Die Ausführungen sind hier sehr kurz gefasst und werden im Vortrag „Schuld, Schuldgefühle und schlechtes Gewissen“ umfassend ausgeführt und mit anschaulichen Beispielen unterfüttert. Auch kommen Kompensationsstrategien und der Umgang mit schlechtem Gewissen zur Sprache.

Der nächste Vortragstermin wird im nächsten Newsletter „Neues aus dem Lebensraum“ mitgeteilt und in Tauberbischofsheim stattfinden.